Gebäudeensemble & Außenanlage

Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt mit seinem schloßartigen Landstallmeisterhaus im Hauptgestüt gilt heute als Kleinod preußischer Baukunst.

Im folgenden erhalten Sie eine Übersicht über die Gebäude des Gestütes und den Sanierungsmaßnahmen.

Sanierung 2020

ehemaliges Hotel und Traktorgarage auf dem Landgestüt von vorne
Gebäude während den Bauarbeiten

Fassadenrestauration des historischen Mehrzweckgebäudes im Landgestüt und Einbindung in den historischen Vier-Seiten-Hof

Die geplante Maßnahme umfasst die Sanierung eines Gebäudes als Bestandteil des historischen Vier-Seiten-Hofes im Landgestüt Neustadt (Dosse). Das Objekt grenzt unmittelbar an die Gestütsallee, den Schulpferdestall, den Paradeplatz sowie den Turnierplatz an und bildet damit einen zentralen Bestandteil des historischen Gestütsareals. Aufgrund seiner Lage und historischen Bedeutung besitzt das Gebäude einen hohen denkmalpflegerischen Wert und dient zugleich als Veranstaltungskulisse für öffentliche Aktivitäten auf dem Landgestüt.

Aufgrund des baulichen Zustandes der Versorgungseinrichtungen ist derzeit lediglich eine eingeschränkte Nutzung als Garage für betriebliche Fahrzeuge und Kommunaltechnik möglich. Diese Nutzung soll auch künftig bestehen bleiben, da der Standort für die Bewirtschaftung der Reitplätze, des Paradeplatzes sowie der Lindenau-Halle weiterhin benötigt wird.

Der erste Bauabschnitt bis 2020 umfasste die:

  • Sanierung der historischen Außenfassade
  • Restaurierung der Fenster
  • Instandsetzung der Außentreppen
  • Restaurierung der historischen Türen und Tore

Das vom Stiftungsrat am 02.08.2018 verabschiedete Nutzungskonzept sieht darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Modernisierung und zukünftigen Nutzung des Gebäudes vor. Geplant sind:

  • Modernisierung der technischen Installationen und Anschlüsse
  • Einrichtung einer barrierefreien Ferienwohnung im Erdgeschoss
  • Verbindung mit der Reitschule und den touristischen Angeboten der Stiftung
  • Einrichtung eines Veranstaltungsraumes mit Meldestelle und Cateringbereich
  • Schaffung barrierefreier Sanitäranlagen
  • Modernisierung der vorhandenen Garagen für LKW und Kommunaltechnik

Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht die langfristige Bewahrung und Sicherung des historischen Bauwerkes. Mit der restaurierten Fassade fügt sich das Gebäude harmonisch in die bereits sanierten Stallungen I bis IV ein und vervollständigt gemeinsam mit dem benachbarten Wohnhaus das Gesamtbild des historischen Vier-Seiten-Hofes.

Wohnhaus während den Bauarbeiten
Das renovierte Verwaltungsgebäude im Sommer 2024

Fassadenrestauration des historischen Wohnhauses im Landgestüt und Einbindung in den historischen Vier-Seiten-Hof

Die Maßnahme umfasst die Sanierung des nördlichen Hauptgebäudes im Landgestüt Neustadt (Dosse) als Bestandteil des historischen Vier-Seiten-Hofes. Das Gebäude grenzt unmittelbar an die Neustädter Hauptstraße an und bildet das Eingangstor für öffentliche Veranstaltungen sowie einen zentralen Blickpunkt des Gestüts für Besucher und Durchreisende.

Als prägendes Gebäude der „Stadt der Pferde“ besitzt das Objekt eine besondere historische und denkmalpflegerische Bedeutung. Gleichzeitig dient es als Kulisse für Veranstaltungen und öffentliche Aktivitäten auf dem Landgestüt.

Ziel der Maßnahme ist es, durch die Sanierung der historischen Außenfassade, Fenster und Außentreppen die Bausubstanz dauerhaft zu erhalten und das Gebäude harmonisch in das bereits restaurierte Ensemble des Vier-Seiten-Hofes einzubinden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sanierung der Fenster und Türen, um zusätzlichen Wohnraum für Mitarbeiter der Stiftung zu schaffen. Die Bereitstellung von Wohnraum ist ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftesicherung im Gestüt und trägt dazu bei, qualifizierte Mitarbeiter langfristig an den Standort Neustadt (Dosse) zu binden.

Die Sicherung von Fachkräften bildet eine wichtige Grundlage für den weiteren Erfolg in den Bereichen Pferdezucht, Ausbildung, Veranstaltungen und Gestütsbetrieb. Gleichzeitig unterstützt die Maßnahme die regionale Entwicklung und stärkt die Attraktivität des ländlichen Raumes.

Das im Jahr 1790 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Wohn- und Verwaltungsgebäude. Heute werden die äußeren Gebäudeteile weiterhin als Wohnraum für Senioren und Mitarbeiter der Stiftung genutzt.

Auf seiner Sitzung am 02.08.2018 beschloss der Stiftungsrat, das frühere Beamtenwohnhaus schrittweise zu sanieren und langfristig weiterhin als Wohnhaus zu nutzen.

Im ersten Bauabschnitt stehen die Sicherung und Bewahrung des historischen Bauwerkes im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere:

  • Fassadensanierung
  • Restaurierung der Außentreppen
  • energetische Sanierung der Fenster aus den 1970er Jahren

Mit den Sanierungsmaßnahmen wird das historische Erscheinungsbild des Gebäudes erhalten und gleichzeitig die Grundlage für eine langfristige Nutzung geschaffen.

Historische Gebäude des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts

Schwarz Weiß Lageplan der Gebäude des Hauptgestütes
Plan Hauptgestüt
Teil des Hauptgestütes aus der Vogelperspektive; Landstallmeisterhaus, Paddocks und die Stallungen
Drohnenansicht von einem Teil des Hauptgestütes

Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) zählt heute zu den bedeutendsten historischen Gestütsanlagen Deutschlands und gilt mit seinem schlossartigen Landstallmeisterhaus im Hauptgestüt als Kleinod preußischer Baukunst. Die historischen Gebäude verbinden eindrucksvoll repräsentative Architektur mit funktionaler Pferdehaltung und spiegeln bis heute die lange Tradition der preußischen Pferdezucht wider.

Die Stallanlagen wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts nach modernsten Erkenntnissen der damaligen Pferdehaltung errichtet. Helle und gut belüftete Stallungen, Klinkerböden mit Ablaufrinnen sowie großzügige Innenhöfe zeigen die außergewöhnliche Funktionalität der Gestütsanlagen.

Das Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) besteht aus zwei eigenständigen Gestütsanlagen: dem Hauptgestüt Friedrich-Wilhelm-Gestüt zur Stutenaufzucht und -haltung sowie dem Landgestüt Lindenau für die Hengsthaltung. Beide Anlagen sind durch die historische, rund einen Kilometer lange vierreihige Gestütsallee miteinander verbunden.

Die Gebäudeensembles entstanden Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil. Sie vereinen die repräsentative Architektur der preußischen Zeit mit der klaren Zweckmäßigkeit einer modernen Gestütswirtschaft.

Auf Anordnung von König Friedrich Wilhelm II. wurde Carl Graf von Lindenau im Jahr 1788 mit der Errichtung einer Pferdezuchtstätte beauftragt, um die Versorgung der preußischen Armee mit Pferden sicherzustellen und den Pferdehandel zu fördern. Unter der Leitung von Graf von Lindenau und Baumeister Ephraim Wolfgang Glasewald entstanden zwei rechteckige Hofanlagen, die bis heute als herausragendes Beispiel klassizistischer Gutshofarchitektur gelten.

Hauptgestüt

Die Gebäude des Hauptgestüts folgen dem klassischen Aufbau eines idealtypischen ländlichen Gutshofes. Anders als in der barocken Baukunst bilden Wirtschaftsgebäude und Herrenhaus hier eine architektonische Einheit und spiegeln die funktionale Struktur einer historischen Gestütsanlage wider.

Die östliche Seite des Hofes wird vom heutigen Landstallmeisterhaus geprägt. Der symmetrische Mittelbau mit seinen Seitenflügeln und dem markanten Dachreiter mit Uhr orientiert sich an der Architektur französischer Schlossanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts. Ursprünglich wohnten hier der Gestütsstallmeister, der Oberstallmeister von Lindenau sowie weitere Mitarbeiter des Gestüts. Die zum Park gelegenen Räume dienten dem Aufenthalt des Königs. In den Seitenflügeln waren die Wohnungen des Gestüts- und des Beschälwärters untergebracht.

Entlang der Längsseiten des Innenhofes befinden sich die historischen Stutenstallungen mit ihren charakteristischen Krüppelwalmdächern. Am westlichen Ende des Hofes liegen die Offiziershäuser sowie der Fohlenstall. Der von Linden gesäumte Innenhof diente ursprünglich als Reitbahn und Auslauf für die Pferde.

Alle Gebäude wurden nach modernsten Erkenntnissen der damaligen Pferdehaltung errichtet und verbinden bis heute herrschaftliche Architektur mit funktionaler Gestütswirtschaft.

Auf diesem Gestütskomplex findet man herrschaftliche Prachtbauten mit gleichzeitig ländlicher Schlichtheit als ästhetisches Prinzip, sowie mustergültige Funktionalität bezüglich der Technik von Gestüten.

Landgestüt

Auch das Landgestüt ist als rechteckige Hofanlage mit Reitbahn und Auslauf gestaltet. Das zweigeschossige Haupthaus am Nordende des Hofes war Wohnsitz des Landstallmeisters sowie weiterer Mitarbeiter und Unteroffiziere des Gestüts.

Die Architektur des Landgestüts ist schlichter gestaltet als die des Hauptgestüts und orientiert sich stärker an funktionalen Kasernen- und Wirtschaftsbauten der damaligen Zeit. Charakteristisch sind die klaren Fassadenstrukturen, die eingeschossigen Stallgebäude mit Krüppelwalmdächern sowie die großzügigen Innenflächen.

Dem Haupthaus gegenüber befanden sich die historische Reitbahn sowie weitere Stallgebäude, die das Ensemble vervollständigten. Die Architektur des Landgestüts steht bis heute für die Verbindung aus Funktionalität, Pferdehaltung und preußischer Baukultur.

„Schlichtheit und Sparsamkeit“ prägten die Bauweise der beiden Gestüte und machen den besonderen Charakter der historischen Anlagen bis heute erlebbar.

Gebäude des Hauptgestütes

Historisches Gebäude mit Turm von vorne

Landstallmeisterhaus

Das Landstallmeisterhaus zählt zu den bekanntesten historischen Gebäuden des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts Neustadt (Dosse). Der repräsentative Mittelbau des Hauptgestüts wird von einem markanten Uhrtürmchen gekrönt und prägt bis heute das Erscheinungsbild der historischen Hofanlage.

Über dem Eingangsbereich erinnert eine Kupfertafel mit der Inschrift „Friedrich Wilhelm II. errichtete dieses Gestüt zum Besten des Landes 1788“ an die Gründungsgeschichte des Gestüts und die Bedeutung der preußischen Pferdezucht für Brandenburg.

Historisches Gebäude mit rotem Dach
Das südliche Kavaliershaus
historisches Gebäude mit bräunlichem Dach
Das nördliche Kavaliershaus

Kavaliershäuser

Die beiden Kavaliershäuser wurden – wie die übrigen Gebäude des Hauptgestüts – im Jahr 1788 erbaut und bilden markante Eckgebäude der historischen Hofanlage. Die massiven dreigeschossigen Gebäude sind architektonische Pendantbauten zum Landstallmeisterhaus und prägen das klassizistische Gesamtbild des Hauptgestüts.

Im Laufe der Jahre wurden beide Gebäude saniert und modernisiert. Heute befinden sich im nördlichen Kavaliershaus Unterkünfte für Lehrgangsteilnehmer, während das südliche Kavaliershaus Wohn- und Aufenthaltsräume für die Auszubildenden des Gestüts beherbergt.

historisches Gebäude von der Seite fotografiert
Die alte Reithalle.

Alte Reithalle

Die Alte Reithalle gehört zu den wichtigsten historischen Gebäuden des Hauptgestüts und wird bis heute für die Ausbildung und Arbeit mit Pferden genutzt. Der massive Putzbau mit Satteldach entstand Ende des 18. Jahrhunderts und hat seine ursprüngliche Funktion als Reithalle bis heute bewahrt. In der eingeschossigen Halle werden vor allem Jungpferde angeritten und ausgebildet.

historisches Gebäude von der Seite fotografiert
Die alte Schmiede

Alte Schmiede

Direkt angrenzend an das nördliche Kavaliershaus befindet sich die Alte Schmiede. Das historische Gebäude wurde ursprünglich als Schmiede genutzt und ist – wie viele Gebäude des Gestüts – als massiver Putzbau mit Satteldach errichtet worden. Heute dient das Gebäude als Stallanlage für Junghengste, die dort in Laufställen untergebracht sind.

Stallgebäude von der Seite fotografiert, im Vordergrund Bäume

38er Stall

Der sogenannte 38er Stall wurde im Jahr 1788 als Teil des Hauptgestütshofes errichtet und ursprünglich vollständig als Stallgebäude genutzt. Der langgestreckte massive Putzbau mit charakteristischem Krüppelwalmdach gehört zu den historischen Stallanlagen des Gestüts.

Bereits nach 1875 wurden erste Boxen eingebaut, bevor der westliche Gebäudeteil um 1900 teilweise zu Wohnzwecken umgestaltet wurde. Im Rahmen einer umfassenden Sanierung im Jahr 2007 wurde das Gebäude modernisiert und verbindet heute Stalltrakte mit Büroflächen.

Historischer Stall mit Turmspitze; im Vordergrund ein Pferd

 

Schlüterpaddock

Der Schlüterpaddock wurde im Jahr 1906 erbaut und zählt mit seinem kreuzförmigen Grundriss und dem markanten Türmchen zu den auffälligsten Gebäuden des Hauptgestüts. In den 1920er Jahren wurde die Anlage durch einen zusätzlichen Gebäudeteil erweitert.

Benannt nach Landstallmeister von Schlüter diente der historische Sommerstall ursprünglich der Unterbringung der Hauptbeschäler. Heute beherbergt der massive Ziegel- und Putzbau ausgewählte Sportpferde des Gestüts.

Gebäude des Landgestütes

historisches Gebäude im Landgestüt, im Vordergrund eine Pferdestatue
Das Verwaltungsgebäude im Landgestüt im Juli 2021
historisches Verwaltungsgebäude auf dem Landgestüt; im Vordergrund eine Pferdestaute
Das alte Verwaltungsgebäude

Altes Verwaltungsgebäude

Das Alte Verwaltungsgebäude befindet sich an der nördlichen Seite des Innenhofes des Landgestüts und wurde bereits im Jahr 1788 als Beamtenwohnhaus für Gestütsmitarbeiter und deren Familien errichtet. Der zweigeschossige Bau zählt zu den größten barocken Profanbauten im Ruppiner Land und konnte seine historische Fassadengestaltung sowie große Teile der ursprünglichen Innenstruktur bis heute bewahren.

Die langgestreckten Fassaden werden durch Mittelrisalite, Eckquaderungen und rechteckige Fenster gegliedert. Auf der Hofseite prägen drei Eingänge mit Freitreppen das Erscheinungsbild des Gebäudes, über dem mittleren Eingang befindet sich ein charakteristisches Dachhäuschen mit Uhr.

Im Jahr 1997 wurde das historische Walmdach erneuert. Von 1954 bis 2008 befand sich die Gestütsverwaltung im Hauptgebäude des Landgestüts, bevor sie in das Landstallmeisterhaus des Hauptgestüts verlegt wurde.

graues Gebäude; Ansicht von außen

T-Halle

Die moderne T-Halle wurde in den Jahren 2005 und 2006 neu errichtet und zählt heute zu den wichtigsten Ausbildungsstätten des Gestüts. Die Reithalle verfügt über zwei Reitflächen sowie ein integriertes „gläsernes Klassenzimmer“, das für die theoretische Ausbildung genutzt wird.

Die Halle dient insbesondere der reiterlichen Ausbildung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Unterrichtsfaches „Reiten in der Schule“ .

Pferde auf einem großen Platz; im Vordergrund Menschen von hinten auf einer Tribüne
Der Paradeplatz aus Sicht von der Haupttribüne bei einem Schaubild der Hengstparaden 2024
Paradeplatz und Haupttribüne
Die Haupttribüne

Paradeplatz

Der neue Paradeplatz mit seiner modernen Haupttribüne wurde erstmals zu den Hengstparaden im Jahr 2008 genutzt. Seitdem bildet er das Zentrum zahlreicher Veranstaltungen.

Vor allem während der traditionellen Hengstparaden dient der Paradeplatz als zentrale Veranstaltungsfläche und bietet Besuchern optimale Sicht auf Pferdeshows, Kutschpräsentationen und Schaubilder.

Außenanlagen

rotes Wegschild; drei verschiedenen Richtungen
Allee in herbstlichen Farben; Laub auf dem Boden

Die weitläufigen Außenanlagen des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts Neustadt (Dosse) erstrecken sich über rund 410 Hektar Fläche und bilden die Grundlage für moderne Pferdezucht, Ausbildung und Pferdesport.

Großzügige Weideflächen, Koppeln, Reitplätze und Trainingsbereiche schaffen optimale Bedingungen für die Haltung und Ausbildung der Pferde. Gleichzeitig prägen die historischen Alleen, Grünanlagen und Freiflächen das besondere Erscheinungsbild des Gestüts und verbinden historische Architektur mit moderner Gestütswirtschaft.